#imgespräch

Fast täglich werden in Deutschland rechtsextreme, rassistische, islamfeindliche oder antisemitische Angriffe verübt. Allein im Jahr 2019 verzeichnete das Bundesministerium des Inneren über 8.500 Hassverbrechen in Deutschland. Opferberatungsstellen registrieren deutlich mehr Fälle. Zu Hassverbrechen zählen neben Körperverletzungen oder Mord auch herabwürdigende Kommentare im Netz, Beleidigungen oder das Zeigen von Nazisymbolen. Wie oft und mit welchen Begriffen Journalist*innen über diese Verbrechen berichten, beeinflusst die gesellschaftliche Wahrnehmung. Medienberichte und Interaktionen mit Reporter*innen prägen auch das Denken von Angehörigen und betroffenen Communities: Falsche, unvollständige oder unsensible Berichterstattung kann Misstrauen, Wut oder Resignation gegenüber den Medien auslösen.

Besonders eindrücklich hat das die Berichterstattung über den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gezeigt: Einige Opfer wurden als vermeintliche Bandenmitglieder kriminalisiert, die Täter*innen nicht in der rechtsextremen Szene, sondern im Umfeld der Betroffenen vermutet und die Anschläge als „Döner-Morde” bezeichnet. Seitdem hat sich einiges getan, aber auch Berichte über die Anschläge in Halle und Hanau weisen teils große blinde Flecken auf.

Bei #imgespräch tauschen sich Betroffene der Anschläge in Halle und Hanau mit Journalist*innen aus, die darüber berichtet haben. Gemeinsam wollen sie herausfinden: Was können Journalist*innen besser machen? Wie kann eine sensiblere Berichterstattung aussehen? Und wie können Journalist*innen ihre Arbeit für Betroffene transparenter machen?